Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Für die meisten Haushalte: ja. Ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt kostet rund 400 € und erzeugt etwa 700 kWh Strom im Jahr. Hier sehen Sie, was Sie damit wirklich sparen, wann sich die Anlage bezahlt macht und in welchen Fällen sie sich nicht lohnt.
- Ersparnis pro Jahr: ca. 105–150 €.
- Sie verbrauchen Ihren eigenen Solarstrom direkt und kaufen weniger Strom zu.
- Bezahlt nach ca. 3–4 Jahren.
- Danach ist jede Kilowattstunde vom Balkon ein Gewinn für Sie.
- Gewinn in 20 Jahren: ca. 1.500–2.300 €.
- Nach Abzug der Anschaffungskosten, ohne steigende Strompreise.
Annahmen: 800-W-Set für 400 €, 700 kWh pro Jahr, 60 % Eigenverbrauch, 25–35 ct/kWh, 20 Jahre Laufzeit.

Darauf kommt es an
Was beeinflusst die Rendite Ihres Balkonkraftwerks?
Ob sich Ihr Balkonkraftwerk nach 3 oder erst nach 6 Jahren bezahlt macht, hängt vor allem von zwei Dingen ab: wie viel Sonne auf die Module fällt und wie viel des Stroms Sie selbst verbrauchen. Diese sechs Punkte sollten Sie vor dem Kauf kennen.
Ausrichtung und Neigung
Am meisten Strom liefern Module, die nach Süden zeigen und leicht schräg stehen. Hängen sie senkrecht am Geländer, erzeugen sie etwas weniger, dafür sind sie am einfachsten montiert.
Schatten
Schon ein Baum, ein Nachbarhaus oder der Balkon darüber kann den Ertrag deutlich senken. Beobachten Sie einen Tag lang, wann Ihr Balkon in der Sonne liegt.
Wann Sie Strom verbrauchen
Gespart wird nur der Strom, den Sie direkt selbst verbrauchen. Kühlschrank, Router und Standby-Geräte laufen immer mit. Wer tagsüber zu Hause ist, Waschmaschine oder Geschirrspüler mittags laufen lässt, spart mehr.
Ihr Strompreis
Je teurer Ihr Strom, desto mehr sparen Sie. Als Faustregel gilt: 5 Cent mehr pro kWh bringen rund 20 € mehr Ersparnis im Jahr.
Anschaffung und Montage
Ein gutes 800-W-Set gibt es heute für rund 400 €. Bauen Sie es selbst auf, bleibt es dabei. Eine Halterung für schwierige Balkone oder ein Elektriker verlängern die Zeit, bis sich die Anlage bezahlt macht.
Leistung der Module
Mehr Modulleistung bringt vor allem morgens, abends und an trüben Tagen mehr Strom, auch wenn der Wechselrichter bei 800 W begrenzt ist. Das erhöht Ihren Eigenverbrauch.
Wann sich ein Balkonkraftwerk kaum lohnt
- Ihr Balkon liegt den Großteil des Tages im Schatten.
- Sie sind tagsüber fast nie zu Hause und haben kaum Geräte, die dauerhaft laufen.
- Sie ziehen in den nächsten 1–2 Jahren um und können die Anlage nicht mitnehmen.
Ob bei Ihnen alles passt, sehen Sie in unserer
Was erlaubt ist
Leistungsgrenzen: Wie groß darf ein Balkonkraftwerk sein?
Ein Balkonkraftwerk ist bewusst klein gehalten, damit Sie es ohne Elektriker selbst anschließen können. Diese Grenzen sollten Sie kennen, bevor Sie ein Set kaufen. Die wichtigste Zahl: 800 Watt.
800 Watt ins Hausnetz
Der Wechselrichter darf höchstens 800 Watt in Ihre Steckdose liefern. Das gilt in Deutschland und in Österreich.
Module bis 2.000 Watt
In Deutschland dürfen die Solarmodule zusammen bis zu 2.000 Watt haben. Der Wechselrichter begrenzt die Leistung trotzdem auf 800 Watt.
Normaler Stecker bis 960 Watt
Für den Anschluss mit normalem Schuko-Stecker sollten die Module zusammen höchstens 960 Watt haben. Bei größeren Sets fragen Sie am besten einen Elektriker.
Platz und Gewicht
Ein Modul ist etwa 1,7 × 1,1 Meter groß und wiegt rund 20 kg. Prüfen Sie, ob Ihr Geländer das trägt und ob zwei Module Platz haben.
Österreich: Auch hier gilt die Grenze von 800 Watt, und zwar pro Stromzähler. Für die Modulleistung gibt es keine feste Zahl. Fragen Sie bei einem größeren Set vorab bei Ihrem Netzbetreiber nach.
Lohnen sich mehr Module als 800 Watt?
Viele Sets haben heute mehr Modulleistung, als der Wechselrichter einspeisen darf. Das klingt widersprüchlich, ist aber sinnvoll: Die Module liefern nur zur Mittagszeit in vollem Sonnenlicht ihre ganze Leistung. Den Rest des Tages sorgen mehr Module dafür, dass Sie näher an die 800 Watt herankommen.
Das spricht für ein größeres Set
- Mehr Strom am Morgen, am Abend und an trüben Tagen
- Deutlich mehr Ertrag im Winter
- Ideal bei Ost-West-Balkonen, wenn Module in zwei Richtungen zeigen
Das sollten Sie bedenken
- Höherer Preis und mehr Platzbedarf
- Mittags wird ein Teil der Leistung abgeregelt
- Mehr Überschuss, den Sie ohne Speicher nicht selbst nutzen
Unsere Empfehlung
Für die meisten Haushalte reicht ein Set mit zwei Modulen und zusammen rund 800 bis 1.000 Watt. Es passt auf fast jeden Balkon, lässt sich mit normalem Stecker anschließen und macht sich am schnellsten bezahlt. Ein größeres Set lohnt sich vor allem, wenn Sie viel Platz haben, einen Ost-West-Balkon nutzen oder einen Speicher dazunehmen.
800W Balkonkraftwerk
Ertrag berechnen
Jährlicher Ertrag 0 kWh
Die Werte beziehen sich auf ein Balkonkraftwerk mit 900 Watt Modulleistung und einem 800 Watt Wechselrichter. Details zu dem verwendeten Balkonkraftwerk finden Sie auf Amazon (zum Balkonkraftwerk-Set - Anzeige). Ihr tatsächlicher Ertrag hängt von Standort, Ausrichtung und Schatten ab.
Genauere Berechnungen finden Sie in unserem Balkonkraftwerk-Rechner.
Wirtschaftlichkeit
Ihren Strompreis finden Sie auf Ihrer Stromrechnung. Üblich sind 25 bis 35 Cent pro kWh.
Jährlicher Ertrag:
0 kWh
Das ist die geschätzte Menge an Strom, die Ihr Balkonkraftwerk pro Jahr erzeugt, bei der zuvor angegebenen Ausrichtung und Neigung.
Eigenverbrauch:
0 kWh
Rund 60 % Ihres Solarstroms verbrauchen Sie direkt, zum Beispiel für Kühlschrank, Router oder Waschmaschine.
Ins Netz eingespeist:
0 kWh
Diesen Teil nutzen Sie nicht selbst, er fließt ins Stromnetz. Geld gibt es dafür nur mit einem Einspeisevertrag.
Ersparnis pro Jahr:
0 €
So viel Stromkosten sparen Sie jedes Jahr, weil Sie diesen Strom nicht mehr kaufen müssen.
Einspeisevergütung:
0 €
Mit einem Einspeisetarif von angenommenen 8 Cent erhalten Sie für den eingespeisten Strom noch zusätzlich eine Vergütung. (Derzeit in Deutschland meist 8 ct/kWh, in Österreich meist 10 ct/kWh)
Amortisation:
–
Nach dieser Zeit hat sich Ihr Balkonkraftwerk bezahlt gemacht. Ab dann ist jeder gesparte Euro Gewinn. (Gerechnet mit einem Strompreis von 30 ct/kWh, einer Einspeisevergütung von 8 ct/kWh und Anschaffungskosten von 400 €)
Der nächste Schritt ist kleiner, als Sie denken
Jetzt wissen Sie, was ein Balkonkraftwerk bei Ihnen bringen kann. Das Schöne daran: Sie brauchen keinen Handwerker und keine lange Planung. Die meisten Sets sind an einem Nachmittag montiert, und ab dem ersten sonnigen Tag sinkt Ihre Stromrechnung. Mit jedem Jahr werden Sie ein Stück unabhängiger von steigenden Strompreisen.
Ein Beispiel für ein solches Set, mit dem auch unsere Werte gerechnet sind:
Balkonkraftwerk - ca. 700 kWh Solarstrom im Jahr
Bei rund 60 % Eigenverbrauch und einem Strompreis von 25 bis 35 Cent pro kWh sparen Sie damit ca. 105 bis 145 € pro Jahr.
Für den Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen und der ins Netz fließt, erhalten Sie mit einem Einspeisevertrag eine Vergütung, je nach Anbieter weitere ca. 8 bis 25 € pro Jahr.
- 900 Wp Modulleistung.
- Zwei Module mit etwas mehr Leistung als der Wechselrichter, damit die 800 W öfter erreicht werden.
- 800 W Einspeisung.
- Die maximal erlaubte Leistung, in Deutschland und Österreich zulässig.
- Ca. 176 × 113 cm pro Modul.
- Sie benötigen rund 3,7 m Geländerbreite.
- Plug & Play.
- Einfache Montage mit Steckverbindungen.
- Amortisiert in ca. 2–4 Jahren.
- Bei rund 105 bis 145 € Ersparnis pro Jahr hat sich das Set schnell bezahlt gemacht.

Es handelt sich hierbei um Richtwerte die bei einer Südausrichtung und einem Winkel von 70 Grad erzielt werden können.
Je nach Gegebenheiten kann der Ertrag des Balkonkraftwerks besser, aber auch schlechter ausfallen.
Fazit
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Für die meisten: ja.
Ein Balkonkraftwerk ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Stromkosten zu senken. Es kostet wenig, ist schnell montiert und hat sich meist nach wenigen Jahren bezahlt gemacht. Wichtig ist ein sonniger Platz und dass Sie einen Teil des Stroms tagsüber selbst verbrauchen. Dann sparen Sie über die Jahre deutlich mehr, als Sie investiert haben, und werden ein Stück unabhängiger vom Strompreis.
Häufige Fragen zum Balkonkraftwerk
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk auch für Mieter?
Ja, gerade für Mieter ist es eine der wenigen Möglichkeiten, selbst Solarstrom zu nutzen. In Deutschland haben Mieter seit 2024 einen Anspruch darauf, dass der Vermieter zustimmt. Er darf nur noch in Ausnahmefällen ablehnen. In Österreich sollten Sie vorher die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft einholen. Beim Umzug nehmen Sie das Balkonkraftwerk einfach mit.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher?
Ein Speicher hebt Ihren Eigenverbrauch, weil Sie Solarstrom auch am Abend nutzen können. Er kostet aber oft mehr als das Balkonkraftwerk selbst. Dadurch dauert es meist deutlich länger, bis sich die Anlage bezahlt macht. Sinnvoll ist ein Speicher vor allem, wenn Sie tagsüber selten zu Hause sind oder ein größeres Set mit viel Überschuss haben.
Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk im Winter?
Deutlich weniger als im Sommer. Den Großteil seines Stroms erzeugt ein Balkonkraftwerk von März bis September. Im Winter steht die Sonne tief und die Tage sind kurz. Senkrecht montierte Module schneiden dann vergleichsweise gut ab, weil sie die tiefe Sonne besser einfangen.
Bekomme ich Geld für den Strom, den ich nicht selbst verbrauche?
In der Regel nicht. Der Überschuss fließt ohne Vergütung ins Netz. Eine Vergütung gibt es nur mit zusätzlichem Aufwand: in Deutschland über eine Anmeldung beim Netzbetreiber mit passendem Zähler, in Österreich mit einem Abnahmevertrag bei einem Energieversorger. Für ein Balkonkraftwerk lohnt sich das meist nicht. Rechnen Sie Ihre Ersparnis deshalb nur mit dem Strom, den Sie selbst verbrauchen.
Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?
Ja. In Deutschland tragen Sie es online im Marktstammdatenregister ein, das dauert nur wenige Minuten. In Österreich melden Sie es bei Ihrem Netzbetreiber an. In beiden Ländern ist das eine reine Meldung und keine Genehmigung.
Wie lange hält ein Balkonkraftwerk?
Solarmodule halten 20 Jahre und länger und verlieren dabei nur wenig Leistung. Der Wechselrichter muss eventuell früher getauscht werden. Da sich die Anlage meist schon nach 3 bis 4 Jahren bezahlt macht, bleiben viele Jahre, in denen Sie nur noch sparen.