
PV-Wirtschaftlichkeit · Stand November 2026
Lohnt sich Photovoltaik 2027?
Ehrlich durchgerechnet für Deutschland und Österreich
Für die meisten Haushalte, ja. In Deutschland aber weniger als 2026, weil die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen wegfallen soll. In Österreich bleibt die Rechnung fast gleich. Hier sehen Sie, für wen sich eine Anlage noch rechnet, was Sie anders planen sollten und ob sich der Endspurt 2026 lohnt.
Den genauen Ertrag für Ihr Dach berechnet unser Photovoltaik-Rechner.
- Deutschland: Die feste Vergütung soll enden.
- Neue Anlagen sollen ab 2027 statt 7,7 ct für 20 Jahre nur noch 5,2 ct für höchstens 3 Jahre bekommen. Eine typische Anlage ist dann rund 3 bis 5 Jahre später bezahlt.
- Österreich: Für Hausanlagen ändert sich wenig.
- Einspeisung bleibt bis 15 kW netzentgeltfrei, der Tarif richtet sich weiter nach dem Marktpreis. Unsicher ist vor allem, ob es 2027 noch einen Investitionszuschuss gibt.
- In beiden Ländern zählt der Eigenverbrauch.
- Selbst genutzter Strom spart rund 30 ct pro kWh, eingespeister bringt nur 5 bis 8 ct. Mit Wärmepumpe oder E-Auto rechnet sich eine Anlage deshalb am schnellsten.
Das Wichtigste in Kürze
Deutschland
- Ab 2027 geplant: 5,2 ct pro eingespeister kWh für höchstens 3 Jahre statt 7,7 ct für 20 Jahre. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht.
- Bis 31.12.2026 in Betrieb: Sie behalten die heutige Vergütung für 20 Jahre, eine Familie hat dadurch rund 5.000 € mehr.
- Ehrlich gesagt: Kleine Haushalte ohne große Verbraucher warten 2027 oft 17 Jahre und länger.
Österreich
- Keine große Reform: Einspeisung bleibt für Hausanlagen bis 15 kW netzentgeltfrei, bezahlt wird weiter nach Marktpreis.
- Mehr Sonne, höhere Preise: Rund 15 % mehr Ertrag pro kWp, dafür 20 % Umsatzsteuer. Am Ende rechnet sich eine Anlage ähnlich schnell wie in Deutschland 2026.
- Unsicher ist die Förderung: Ob es 2027 noch einen Investitionszuschuss für kleine Anlagen gibt, ist offen.
In beiden Ländern gilt: Selbst genutzter Strom ist vier- bis sechsmal so viel wert wie eingespeister. Am besten rechnet sich eine Anlage mit Wärmepumpe oder E-Auto.
Deutschland: Was sich 2027 für neue Anlagen ändert
Bisher war eine PV-Anlage eine sichere Sache: Was Sie nicht selbst brauchen, kauft der Netzbetreiber 20 Jahre lang zu einem festen Preis. Für neue Anlagen soll das ab 2027 wegfallen.
| Inbetriebnahme bis 31.12.2026 | Ab 2027 (Gesetzentwurf) | |
|---|---|---|
| Vergütung für eingespeisten Strom | 7,7 ct pro kWh (bis 10 kWp) | 5,2 ct pro kWh |
| Wie lange? | 20 Jahre fest | höchstens 3 Jahre, danach Marktpreis |
| Einspeisegrenze | keine dauerhafte Grenze | höchstens 50 % der Anlagenleistung |
| Wer ist betroffen? | alle Anlagen bis 31.12.2026 | neue Anlagen ab 1.1.2027 |
Nach den 3 Jahren müssen Sie den Strom über einen Direktvermarkter an der Börse verkaufen oder ohne Vergütung einspeisen. Für Anlagen, die erst 2029 in Betrieb gehen, entfällt bei typischen Größen auch die Übergangszahlung.
Stand November 2026: Der Bundestag soll das Gesetz Mitte November beschließen, danach müssen Bundesrat und EU-Kommission zustimmen. Diskutiert wird noch eine Alternative mit marktabhängiger Vergütung. Wir aktualisieren diese Seite, sobald das Gesetz beschlossen ist.
Österreich: Was 2027 für neue Anlagen gilt
Die deutsche EEG-Reform gilt in Österreich nicht. Hier gibt es schon heute keine gesetzlich fixe Einspeisevergütung über 20 Jahre, der Strom wird zum Marktpreis abgenommen. Mit dem neuen Stromgesetz (ElWG) kommen ab 2027 ein paar Regeln dazu, für typische Hausanlagen ändert sich aber wenig.
| Einspeisetarif | Keine gesetzlich fixe Vergütung. Die OeMAG zahlt einen Marktpreis, der 2026 zwischen rund 6 und 10 ct schwankte. Versorger bieten meist 5 bis 12 ct, oft befristet. |
| Netzentgelt für Einspeisung | Laut neuem Stromgesetz (ElWG) bleibt Einspeisung bis 15 kW am bestehenden Hausanschluss frei. Typische Hausanlagen sind nicht betroffen. |
| Einspeisegrenze | Bei neuen Anlagen über 7 kW darf der Netzbetreiber die Einspeisung auf 70 % der Modulleistung begrenzen. Der Ertragsverlust liegt laut PV Austria unter 1 %. |
| Steuerbarkeit | Neue Anlagen ab 3,68 kW brauchen seit Juni 2026 eine Einrichtung, über die der Netzbetreiber sie steuern kann. Die Kosten trägt der Betreiber. |
| Förderung | Der EAG-Investitionszuschuss liegt 2026 bei bis zu 150 € pro kWp, mit Antrag vor dem Bau. Für 2027 hat der Bund einen Umbau angekündigt, weg von kleinen Dachanlagen hin zu Speichern. |
| Umsatzsteuer und Einkommensteuer | Der Nullsteuersatz ist seit April 2025 vorbei, es gelten wieder 20 % USt. Einspeiseerlöse bleiben bis 12.500 kWh im Jahr einkommensteuerfrei. |
Unser Tipp für Österreich: Wer den Investitionszuschuss 2026 noch mitnehmen will, muss vor dem Bau einreichen. Ansonsten gibt es keinen Grund für Eile, eine gut geplante Anlage rechnet sich 2027 genauso. Die Grenzen von 7, 15 und 20 kW beziehen sich auf die Leistung laut Netzzugangsvertrag, nicht auf die kWp im Angebot.
Rechner: Lohnt sich PV in Ihrem Haushalt?
Wählen Sie Land und Haushalt und passen Sie Anlage, Speicher und Strompreis an. Für Deutschland sehen Sie den Vergleich zwischen Inbetriebnahme 2026 und 2027, für Österreich, wann sich die Anlage bezahlt macht.
Ihr Haushalt
3 bis 4 Personen, rund 4.000 kWh im Jahr
Stromspeicher
Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber rund 3.000 bis 5.500 € extra.
In Betrieb bis 31.12.2026
12 Jahre
bis bezahlt, rund 900 € Ersparnis im Jahr
In Betrieb ab 2027
17 Jahre
bis bezahlt, rund 600 € Ersparnis im Jahr
Vorteil bei Inbetriebnahme 2026
5.300 €
mehr über 20 Jahre
Kosten rund 10.400 €, rund 19 % des Solarstroms nutzen Sie selbst und decken damit etwa 34 % Ihres Verbrauchs. Grobe Schätzung mit Marktpreisen von November 2026, 900 kWh Ertrag pro kWp und gleichbleibendem Strompreis. 2026: 7,7 ct pro eingespeister kWh für 20 Jahre (6,7 ct für den Teil über 10 kWp). Ab 2027 nach dem Gesetzentwurf: 5,2 ct für 3 Jahre, danach rund 3 ct (unsere Annahme für den Marktwert nach Abzug der Vermarktungskosten), dazu kleine Verluste durch die 50-%-Einspeisegrenze. Laufende Kosten von rund 200 € im Jahr sind nicht eingerechnet.
Vier Haushalte durchgerechnet
So lange dauert es ungefähr, bis die Anlage bezahlt ist. Deutschland: 32 ct Strompreis, 900 kWh pro kWp. Österreich: 30 ct Strompreis, 1.050 kWh pro kWp, 7 ct Einspeisetarif, Preise inkl. 20 % USt., ohne Förderung. Alle Preise Stand November 2026.
| Haushalt | Anlage | Deutschland 2026 | Deutschland 2027 | Österreich |
|---|---|---|---|---|
| Familie, 4.000 kWh | 8 kWp | 12 Jahre | 17 Jahre | 14 Jahre |
| Familie mit Speicher | 8 kWp + 10 kWh | 12 Jahre | 15 Jahre | 15 Jahre |
| Familie mit E-Auto, 6.500 kWh | 10 kWp | 10 Jahre | 14 Jahre | 12 Jahre |
| Familie mit Wärmepumpe, 9.000 kWh | 15 kWp | 10 Jahre | 14 Jahre | 12 Jahre |
Ehrlich gesagt: Für eine Familie ohne Wärmepumpe und E-Auto wird es in Deutschland 2027 eng. Sie nutzt nur rund ein Fünftel des Solarstroms selbst, der Rest bringt kaum noch Geld. In Österreich hilft der höhere Ertrag, die Anlage ist trotz Umsatzsteuer nach rund 14 Jahren bezahlt. Mit dem Investitionszuschuss geht es etwa ein Jahr schneller, bei höherem Strompreis in beiden Ländern ebenfalls.
So rechnet sich eine Anlage auch ab 2027
Wer 2027 baut, sollte anders planen als bisher. Diese vier Punkte machen den größten Unterschied:
Viel Strom selbst nutzen
Jede selbst genutzte kWh spart rund 32 ct, eine eingespeiste bringt ab 2027 nur 5,2 ct. Wärmepumpe und E-Auto sind deshalb die besten Partner einer neuen Anlage.
Passend statt maximal bauen
Bisher galt: Dach voll machen. Ab 2027 bringt jede zusätzliche kWp vor allem Einspeisung, die kaum noch etwas wert ist. Planen Sie die Größe nach Ihrem Verbrauch.
Verbrauch in den Mittag legen
Waschmaschine, Geschirrspüler und Auto laden, wenn die Sonne scheint. Das kostet nichts und erhöht den Eigenverbrauch spürbar.
Speicher gezielt einsetzen
Ein Speicher verschiebt Mittagsstrom in den Abend und fängt die 50-%-Grenze ab. Er rechnet sich aber nur, wenn Sie abends genug verbrauchen.
Wann es sich eher nicht lohnt
- Stark verschattetes Dach, etwa durch Bäume oder Nachbarhäuser
- Sehr wenig Verbrauch und niemand tagsüber zu Hause
- Dach muss bald saniert werden, dann zuerst das Dach, sonst kommen Abbau und Neumontage dazu
- Umzug in wenigen Jahren geplant, die Anlage zahlt sich erst nach über 10 Jahren aus
Für kleine Haushalte kann ein Balkonkraftwerk die bessere Wahl sein: Es kostet wenige hundert Euro und ist von der Reform nicht betroffen.
Deutschland: Lohnt sich der Endspurt 2026?
Finanziell ja: Eine Familie mit 8 kWp hat über 20 Jahre rund 5.000 € mehr, mit Wärmepumpe sind es eher 9.000 €. Zählt aber nur, wenn die Anlage bis 31. Dezember wirklich läuft. Bestellung oder Anzahlung reichen nicht.
Jetzt anfragen, nicht im Dezember
Viele Fachbetriebe sind zum Jahresende ausgebucht. Lassen Sie sich den Termin der Inbetriebnahme im Angebot schriftlich bestätigen. Klappt es nicht mehr, ist eine gut geplante Anlage auch 2027 noch sinnvoll, nur mit mehr Fokus auf Eigenverbrauch.
Was außerdem zählt
Ob sich die Anlage lohnt, hängt nicht nur von der Vergütung ab. Ausrichtung des Dachs und die Jahreszeit bestimmen, wie viel Strom Sie überhaupt erzeugen.
Ausrichtung und Neigung
Ost-West-Dächer liefern weniger, verteilen den Strom aber besser über den Tag. Ab 2027 ist das ein Vorteil.
Strom im Winter
Von November bis Februar kommen nur 10 bis 15 % des Jahresertrags. Das betrifft vor allem Wärmepumpen.
Lohnt es sich bei Ihnen? Angebote vergleichen
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Häufige Fragen: Lohnt sich Photovoltaik 2027?
Lohnt sich Photovoltaik 2027 noch?
Für die meisten Haushalte ja. In Deutschland weniger als 2026, weil eingespeister Strom kaum noch vergütet wird. Mit Wärmepumpe oder E-Auto ist eine Anlage dort meist nach 12 bis 14 Jahren bezahlt, ohne große Verbraucher dauert es deutlich länger. In Österreich bleibt die Rechnung fast gleich wie 2026.
Ist die Abschaffung der Einspeisevergütung schon beschlossen?
Noch nicht. Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf im Juli 2026 beschlossen, der Bundestag soll Mitte November abstimmen. Danach müssen der Bundesrat und die EU-Kommission zustimmen. Einzelheiten können sich noch ändern.
Was passiert mit meiner bestehenden PV-Anlage?
Nichts. Bestehende Anlagen und alle, die bis 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, behalten ihre Einspeisevergütung für 20 Jahre.
Schaffe ich es noch, 2026 in Betrieb zu gehen?
Das ist knapp, aber möglich. Entscheidend ist die Inbetriebnahme, nicht die Bestellung. Viele Fachbetriebe sind bis Jahresende ausgelastet. Fragen Sie deshalb sofort an und lassen Sie sich den Termin für die Inbetriebnahme im Angebot bestätigen.
Was bedeutet die 50-%-Einspeisegrenze?
Neue Anlagen unter 100 kWp sollen höchstens die Hälfte ihrer Leistung ins Netz abgeben. Eine 10-kWp-Anlage darf also höchstens 5 kW einspeisen. Die Anlage darf trotzdem 10 kWp groß sein, nur die Mittagsspitze geht verloren, wenn Sie sie nicht selbst nutzen oder speichern.
Brauche ich ab 2027 unbedingt einen Speicher?
Nicht unbedingt. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch deutlich, kostet aber 3.000 bis 5.500 Euro. In unseren Rechnungen verkürzt er die Amortisation 2027 um ein bis zwei Jahre, 2026 dagegen nicht. Er lohnt sich vor allem, wenn Sie abends viel Strom brauchen.
Werden PV-Anlagen 2027 billiger?
Ein großer Preisrückgang ist nicht zu erwarten, die Preise bewegen sich seit 2025 kaum noch. Eine geringere Nachfrage könnte die Montagepreise etwas senken, gleicht die niedrigere Vergütung aber nicht aus.
Gilt das auch für Balkonkraftwerke?
Nein. Balkonkraftwerke bis 2.000 Watt Modulleistung und 800 Watt Wechselrichter sind von der Reform ausgenommen. Sie bekommen ohnehin keine Vergütung und rechnen sich allein über den Eigenverbrauch.
Lohnt sich Photovoltaik 2027 in Österreich?
Ja, ähnlich wie 2026. Die deutsche EEG-Reform gilt in Österreich nicht. Eine Familie mit 8 kWp hat ihre Anlage nach rund 14 Jahren bezahlt, mit E-Auto oder Wärmepumpe nach rund 12 Jahren. Der höhere Ertrag gleicht die 20 % Umsatzsteuer weitgehend aus.
Muss ich in Österreich ab 2027 für die Einspeisung zahlen?
Für typische Hausanlagen nein. Nach dem neuen Stromgesetz (ElWG) bleibt Einspeisung bis 15 kW am bestehenden Hausanschluss vom Netzentgelt befreit. Ein kleiner Beitrag von höchstens 0,05 ct pro kWh betrifft nur Einspeisung über 20 kW.
Gibt es 2027 in Österreich noch eine PV-Förderung?
Das ist noch offen. 2026 gibt es den EAG-Investitionszuschuss mit bis zu 150 € pro kWp. Der Bund will die Förderung 2027 stärker auf Speicher ausrichten. Zusätzlich fördern viele Bundesländer und Gemeinden, die Programme ändern sich aber häufig.
Alles rund um Kosten, Ertrag und Wirtschaftlichkeit finden Sie in unserem Photovoltaik-Überblick.
Quellen: Regierungsentwurf zum EEG 2027 (Bundestag-Drucksache 21/7867), Kabinettsbeschluss vom 29. Juli 2026; Deutscher Bundestag, erste Lesung am 24. September 2026; Einspeisesätze der Bundesnetzagentur für Inbetriebnahmen ab 1. August 2026; Österreich: Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), OeMAG-Marktpreise 2026, EAG-Investitionszuschussverordnung 2026; Anlagen- und Speicherpreise aus aktuellen Marktübersichten, Stand November 2026. Eigene Berechnungen, Annahmen siehe Rechner.